Inhalt » Archiv » Ausgabe 04/2006 » Aktiv, Passiv und Antipassiv. Argumentale Reorganisation im Deutschen

Aktiv, Passiv und Antipassiv. Argumentale Reorganisation im Deutschen

Diese Arbeit versteht sich als eine Fallstudie, in der – ausgehend von den transitiv-intransitiven Varianten von Verben wie essen – ein Überblick über die Typen der argumentalen Reorganisation im Deutschen gegeben werden soll. Während der Arbeit verfolge ich eine kontrastiv-typologische Strategie als methodologisches Prinzip, indem ich typologische Zusammenhänge auf die auf grammatischen Traditionen beruhenden und „unerschütterlichen” Kategorisierungen der Einzelsprache anwende, um deren Standhaftigkeit zu testen. So formuliere ich nach typologisch bewährten Kriterien eine tentative Definition des Genus verbi, nach der sich im Deutschen neben dem Aktiv und dem Passiv auch das sog. Antipassiv als Genus verbi qualifizieren kann. Ich will durch die Analyse keine unwiderlegbaren Beweise für das Antipassiv im Deutschen liefern, vielmehr möchte ich zeigen, inwiefern diese typologischen Klassifikationen und Begriffsbestimmungen die traditionellen grammatischen Kategorisierungen des Deutschen in einem anderen Lichte erscheinen lassen.

This article is a case study which gives an overview of the types of argumental reorganisation in German on the basis of the transitive and intransitive variants of verbs such as essen (‘to eat’). During the work I pursue a contrastive typological strategy as my methodological principle by applying typological connections to "unshakable" categorisations of the individual language (based on grammatical traditions) in order to test their stability. Thus I am able to formulate – on the basis of typologically proven criteria – a tentative definition of mood, according to which not only active and passive, but also the so-called antipassive would count as a mood in German. I do not claim to supply irrefutable proof for the antipassive in German on the basis of this analysis, but rather I would like to show how these typological classifications and definitions show traditional grammatical categorisations of German in a different light.

Seiten 354 - 382

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.DSdigital.de/DS.04.2006.354

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