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Die Gesprächspause: Verbale Auszeiten aus multimodaler Perspektive
Der folgende Beitrag hat zwei Schwerpunkte: Zum einen wird die interaktive Struktur einer 12 Sekunden dauernden Pause und deren soziale Bedeutung in einem spezifischen Kontext aus gesprächsanalytischgesprächsrhetorischer Perspektive analysiert. Damit wird ein interaktives Phänomen zum Gegenstand der Untersuchung, das aus triftigen Gründen und in motivierter Weise in der bisherigen gesprächsanalytischen Forschung einen eher peripheren Stellenwert besaß: der temporäre Verzicht der Interaktionsbeteiligten auf verbalen Ausdruck.
Zum anderen wird diese Abwesenheit von Verbalität zum Anlass genommen, einen Aspekt zu thematisieren, der sich meines Erachtens auf die künftige Entwicklung der Gesprächsanalyse gravierend auswirken wird: die Tatsache, dass die empirische Grundlage gesprächsanalytischer Untersuchungen immer häufiger aus audiovisuellen Daten besteht. Diese visuelle Revolution, die durch die technologische Entwicklung in Form problemlos einsetzbarer Videokameras angestoßen wird, hat weit reichende Konsequenzen für die Theorie, Methodologie und Methode eines Analyseansatzes, der sich bislang und programmatisch bei der Analyse interaktiver Ordnungsstrukturen primär auf Verbalität konzentriert hat.
The following article has two main focuses: Firstly, the interactive structure of a 12 second continuous pause and its social meaning in a specific context is analysed from the perspective of conversation analysis and conversational rhetoric. The investigation thus focuses on an interactive phenomenon, which - for good reasons and in a motivated fashion - has had a rather peripheral value in past research into conversation analysis: the temporary renunciation of verbal expression on the part of the participants in the interaction.
Secondly, this absence of verbal expression is used to focus on an aspect which in my judgement will seriously affect the future development of conversation analysis: the fact that the empirical basis of investigations in this field consists to an ever increasing degree of audiovisual data. This "visual revolution", which has been encouraged by technological progress in form of easily usable video cameras, has farreaching consequences for the theory, methodology and method of an analytical approach which so far has concentrated primarily and programmatically on verbal exchanges in the analysis of interactive structures.
Seiten 56 - 84
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.DSdigital.de/DS.01.2004.056
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