Inhalt » Archiv » Ausgabe 04/2007 » Die Stellung der Germanistik in der Türkei

Die Stellung der Germanistik in der Türkei

Die türkische Germanistik hat eine über 70-jährige Geschichte, die eigentlich 1933 anfängt. Denn das Jahr 1933 nimmt sowohl in der deutschen als auch in der türkischen Universitätsgeschichte einen besonderen Stellenwert ein. 1933 bedeutet für Deutschland, dass Hitler (7.4.1933) das Gesetz erließ, dass alle rassischen und politischen Gegner des Dritten Reiches keine Berufsbeamten werden durften und deshalb Gelehrte jüdischer Abstammung ihre Flucht ins Ausland vorbereiten mussten. Für die Türkei ist 1933 das Jahr der Neugründung oder Umstrukturierung der Universitäten. Auf Befehl von Atatürk sollten die früheren Bildungsstellen (Medrese und Darülfünun) mit einer Universitätsreform in ein neues, an westlichen Vorbildern orientiertes Universitätsmodell übergehen. So kam es dazu, dass in diesem Zeitraum auf Einladung von Atatürk eine nicht geringe Anzahl von Professoren deutscher und jüdischer Abstammung Zuflucht am Bosporos fand.

Seiten 347 - 358

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.DSdigital.de/DS.04.2007.347

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