Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Referenz durch Zeigen: Zur Theorie der Deixis
Deixis ist im Rahmen diverser Disziplinen und aus unterschiedlichen linguistischen Perspektiven betrachtet worden. Dabei haben sich die meisten Studien auf Verbaldeiktika als Teil der Systemgrammatik konzentriert, während interaktive und multimodale Aspekte des Deixisgebrauchs weitgehend vernachlässigt wurden. Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, auf der Grundlage detaillierter Videoanalysen zur face-toface-Interaktion die deiktische Zeigehandlung als eine auf intra- und interpersoneller Koordination beruhende multimodale Hervorbringung der Beteiligten zu konzeptualisieren. Ausgangspunkt bildet die Auseinandersetzung mit der gängigen Auffassung, wonach die prototypische Zeigegeste vom Körper des Zeigenden aus einen Vektor projiziert, dessen imaginäre Verlängerung automatisch zum Zeigeziel führt, sowie die Kritik an der undifferenzierten Gleichsetzung zwischen Zeigeziel und Referenten. Die durch die empirische Analyse ermittelten Teilkomponenten der deiktischen Zeigehandlung machen zentrale theoretische Unterscheidungen erforderlich, die in der bisherigen Deixisforschung unzureichend berücksichtigt wurden. Zu ihrer Konzeptionalisierung wird ein Modell vorgeschlagen, das die fundamentalen räumlichen, perzeptuellen, kognitiven und interaktiven Parameter der Zeigehandlung in der face-to-face-Interaktion systematisch erfasst.
Deixis has been studied in the context of various disciplines and from different linguistic perspectives. Most studies have concentrated on verbal deictica as part of the grammatical system, while interactive and multimodal aspects of deictic usage have been largely neglected. On the basis of detailed video analyses, this article aims to conceptualise the use of deixis in face-to-face interaction as a multimodal act of including the participants based on intra- and interpersonal coordination. The starting point is a discussion of the common view according to which the prototypical gesture of pointing forms a vector starting at the body of the person pointing, the imaginary extension of which leads automatically to the object pointed at. The undifferentiated equating of the object pointed at and the referent is also criticised. The empirical analysis establishes the components of the deictic act of pointing which force us to make central theoretical distinctions which research into deixis has so far not considered sufficiently. The article proposes a model of conceptualization which systematically covers the fundamental spatial, perceptual, cognitive and interactive parameters of the act of pointing in face-to-face interaction.
Seiten 289 - 315
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.DSdigital.de/DS.04.2009.289
Ihr Zugang zur "Deutsche Sprache"
- Sie sind bereits Kunde des eJournal "Deutsche Sprache" dann melden Sie sich bitte im Kundenlogin an.
- Möchten auch Sie Kunde des eJournal "Deutsche Sprache" werden, dann bestellen Sie Ihren Zugang noch heute.
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 02/2003
Jahrgang 2011 ▼
Jahrgang 2010 ▼
Jahrgang 2009 ▼
- Ausgabe 04/2009
- Ausgabe 02+03/2009
- Ausgabe 01/2009
