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Unhöflichkeit ist es nicht. Sprachliche Höflichkeit in Erpresserbriefen
Höflichkeit ist ein in unserem Alltag allgegenwärtiges Phänomen, das sich nicht nur in unserem nichtsprachlichen Verhalten äußert, sondern auch in unserer mündlichen und schriftlichen Kommunikation. In der Regel ist sprachliche Höflichkeit mit der jeweiligen Kommunikationssituation und Textfunktion vereinbar. Wie aber verhält sich ein von Höflichkeitsroutinen geprägter Sprecher, wenn diese Vereinbarkeit nicht gegeben ist? Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem sprachlichen Dilemma des Verfassens eines Erpresserbriefs, das sich aus dem Gegensatz zwischen erpresserischem Inhalt und gewohnter schriftsprachlicher Höflichkeit ergibt. Anhand einer umfangreichen Stichprobe aus der BKA-Tatschreibensammlung wurden Formen von Höflichkeit in Erpresserbriefen empirisch untersucht, Erklärungsansätze entwickelt und die Ergebnisse hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit in der forensischen Autorenerkennung überprüft.
Politeness is a pervasive phenomenon in our everyday lives, expressing itself not only in our nonlinguistic behaviour, but also in our oral and written communication. Usually linguistic politeness is compatible with the communication situation and text function in question. However, how does a speaker used to using politeness routines behave in the absence of this compatibility? This article is concerned with the linguistic dilemma of writing a blackmail letter, a dilemma which results from the contrast between criminal contents and the politeness associated with written language. On the basis an extensive sample from the Federal Bureau of Criminal Investigations collection of letter, forms of politeness in blackmail letters were examined empirically, initial explanations developed and the results scrutinised with regard to their applicability in forensic author recognition.
Seiten 127 - 141
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.DSdigital.de/DS.02.2003.127
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